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| Sonntag, den 21. August 2011 um 18:06 Uhr |
| Türkei bleibt Deutschlands Lieblingsgegner |
| Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader) |
![]() Nach der Streichung von Konrad Wysocki und Per Günther hat der endgültige Europameisterschafts-Kader der deutschen Basketball-Nationalmannschaft am Sonntag das dritte Spiel beim Beko Supercup mit 64:52 (24:29) gewonnen und damit in der Endabrechnung des Turniers den zweiten Platz erreicht. Vor dem EM-Start am 31. August hat man nun auf deutschem Boden noch dreimal Gelegenheit, den Ernstfall zu proben. „Danke für die tolle Unterstützung, dafür holen wir uns jetzt gleich den zweiten Platz gegen die starke Mannschaft der Türkei“, war die klare Ansage von Bundestrainer Dirk Bauermann im Vorfeld über die Hallenlautsprecher geschallt, auf Knopfdruck konnten seine Mannen die Probleme des Vortages, die zu einer deftigen Niederlage gegen Griechenland geführt hatten, aber nicht ablegen. Steffen Hamann knüpfte im Spielaufbau an seine schwachen Vorstellungen der letzten Tage an, wirkte beim Zug zum Korb hilflos und fand beim Ablegen häufiger einen Mann im roten denn im weißen Trikot. Allgemein wirkte es zu kompliziert, was Deutschland im Angriff versuchte. Die Türken bildeten den krassen Gegensatz dazu, hier durfte sich jeder Spieler im direkten Duell von der Birne versuchen, der Erfolg im ersten Viertel war mit einem Spielstand von 15:15 auf beiden Seiten gleichermaßen durchwachsen. Noch mauer fiel die Punktausbeute im zweiten Viertel aus, nur neun Pünktchen wanderten über die zehn Minuten verteilt aufs deutsche Konto, die Türken konnten durch einen Buzzerbeater ihres Rohdiamanten Enes Kanter (Utah Jazz), der für seine 19 Jahre eine erstaunliche Klasse zeigte, mit einer Fünf-Punkte-Führung in die Kabine gehen. Neben der noch zu selten rollenden Offensive stach besonders das gegen die lang aufgestellten Mannen vom Bosporus deutlich verlorene Reboundduell aus den Statistiken hervor, die Center um Topscorer Kaman (16 Punkte) und Pleiß wirkten häufig nicht gedankenschnell genug, um die freien Abpraller zu greifen. Eine türkische Freiwurfquote von 4/12 nach 20 Minuten ließ die Gastgeber noch in Schlagdistanz bleiben. Zonenverteidigung macht Türken zu schaffen Verlieren wollte keiner in diesem Prestigeduell, dessen Auflagen seit dem denkwürdigen und von deutscher Seite unnötig verlorenen EM-Halbfinale 2001 allesamt an die DBB-Auswahl gegangen waren, dies wurde nach der Halbzeitpause deutlich. Nachdem Benzing sein viertes Foul kassiert hatte, entschied der Bundestrainer sich zu einer großen Aufstellung mit Schultze, Jagla und Pleiß sowie einer Zwei-Drei-Zonenverteidigung, was den Gästen nicht zu schmecken schien. Unter der Regie von Heiko Schaffartzik schoss man nach drei Vierteln eine 41:38-Führung heraus, Kaman, der Berliner Point Guard und Schultze per Dreier bauten sie bis sieben Minuten vor Schluss auf 50:38 aus. Ideenlos rannten die Türken in dieser Phase an, schlechte Würfe aus dem Post waren vier Minuten lang das Mittel der Wahl, bis Ilyasova sich nach einem erneuten Schultze-Dreier für das 53:40 unter dem Korb durchsetzen konnte. Dies schien das Startsignal gewesen zu sein, der Vize-Weltmeister wollte noch einmal zur Attacke blasen, doch ein erfolgreicher Wurf von Kaman aus der Drehung mit Ablauf der Uhr und Foul nahm ihnen wieder den Wind aus den Segeln. Schwethelm und Schultze beseitigten per Dreier die letzten Zweifel am Sieg. Dirk Nowitzki hingegen fand sichtlich gefallen daran, im Angriff nicht die erste Geige zu spielen und feierte jeden Treffer seiner Kollegen ausgelassen mit. |