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Sonntag, den 29. August 2010 um 21:11 Uhr
Die Leistung stimmt – das Ergebnis auch
Von Sebastian Hader   
Nach zweifacher Verlängerung hat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel bei der FIBA Weltmeisterschaft in der Türkei Serbien mit 82:81 bezwungen und damit einen wichtigen Sieg im Hinblick auf das Erreichen des Achtelfinals erzielt. Jan-Hendrik Jagla war mit 22 Punkten erfolgreichster Werfer. Demond Greene (15), Heiko Schaffartzik (14), Christopher McNaugthon (12) und Steffen Hamann (10) punkteten ebenfalls zweistellig.

In Bedrängnis und unter Zeitdruck traf Jan-Hendrik Jagla aus der Ecke den Dreier zum 82:77. Foto: FIBA Archive

In Bedrängnis und unter Zeitdruck traf Jan-Hendrik Jagla aus der Ecke den Dreier zum 82:77. Foto: FIBA Archive

„Dass wir eine solch starke Mannschaft wie Serbien bezwingen können, zeigt die Entwicklung, die wir im Vergleich zum vergangenen Jahr genommen haben“, frohlockte Topscorer Jagla, der mit einem irren Dreier aus der Ecke mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr die letzten deutschen Punkte markiert hatte, nach der Partie. Zweimal, vor Ablauf der regulären Spielzeit sowie zum Ende der ersten Verlängerung, befanden er und seine Teamkollegen sich zuvor in der Position, mit dem letzten Angriff eine Entscheidung herbeizuführen.

Weil aber Schaffartzik im ersten Anlauf vergab und die Unparteiischen nach 44:59 absolvierten Spielminuten die überaus körperbetonte Verteidigung der Serben gegen den zum Korb ziehenden Hamann nicht als Foul werteten, war eine zweite Sonderschicht vonnöten. „In der Overtime funktionieren meist die Systeme nicht mehr, weil Intensität und Nervosität extrem hoch sind. Es war wichtig, dass wir defensiv gut standen und im Angriff auch schwere Würfe getroffen haben, um uns über die fünf Minuten zu retten“, schilderte Jagla den Krimi von Kayseri.

Das Drehbuch, das die Begegnung in den 40 Minuten regulärer Spielzeit geschrieben hatte, ließ bereits ein spannendes Ende vermuten. Deutschland erwischte anders als am Vortag gegen Argentinien zwar einen guten Start, offenbarte aber von Beginn an Probleme mit den präzisen Anspielen der Serben auf ihre langen Leute. Weil zudem im defensiven Rebound vor der Pause häufig das Timing nicht stimmte, konnte der ohne die gesperrten Krstic und Teodosic angetretene Vize-Europameister bis Mitte des zweiten Viertels ein leichtes Übergewicht behaupten. In der Folge war die Partie vollkommen offen: Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann verdiente sich eine über weite Strecken knappe Führung, auf Distanz halten konnte sie die durch Perovic und Rasic stets brandgefährlichen Serben aber nicht.

Tepic vergibt letzte Chance

Ein 37:35 zur Pause sowie ein 56:54 nach drei Spielabschnitten waren Vorbote eines nervenaufreibenden Schlussviertels, an dessen Ende der frühere Berliner Rasic nicht lange fackelte und per Dreier das 69:69 herstellte, während das DBB-Team in den letzten 120 Sekunden korblos blieb. Fünf Minuten später erzwang Perovic die zweite Verlängerung, die wiederum der deutschen Mannschaft gehörte. Bis auf 79:73 konnte man sich durch Greene absetzen, doch die Serben zeigten sich unerschrocken. Selbst nach Jaglas Wahnsinnsdreier zum 82:77 bei noch einer Minute auf der Uhr: Tepic und Rasic verkürzten von der Freiwurflinie bis auf einen Zähler. Ersterer hatte nach Benzings vergebenem Dreier mit dem letzten Angriff sogar die Chance, für einen serbischen Sieg zu sorgen, doch das Glück lag auf der Seite der Tüchtigen.

Am Montag kann die deutsche Mannschaft im Spiel gegen Australien somit nicht nur für die nächste Überraschung sorgen, sondern im Falle eines Sieges bereits einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen. Das Spiel beginnt um 18.00 Uhr deutscher Zeit. SPORT1 überträgt ab 17.45 Uhr live.

Deutschland: Robin Benzing (ratiopharm Ulm, 2), Demond Greene (FC Bayern München, 15), Steffen Hamann (FC Bayern München, 10), Elias Harris (Gonzaga University/USA, 4), Jan-Hendrik Jagla (Asseco Prokom Gdynia/POL, 22), Christopher McNaughton (EWE Baskets Oldenburg, 12), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn), Tibor Pleiß (Brose Baskets, 2), Heiko Schaffartzik (Türk Telekom Ankara/TUR, 14), Philipp Schwethelm (Eisbären Bremerhaven, 1)

Alle Infos rund um das deutsche Team und die WM finden Sie unter www.turkey2010.fiba.com.