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Montag, den 30. August 2010 um 21:21 Uhr
Auf Euphorie folgt Ernüchterung
Von Sebastian Hader   
Keine 24 Stunden nach dem bemerkenswerten 82:81-Erfolg über Serbien nach zweifacher Verlängerung hat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft gegen Australien Lehrgeld zahlen müssen. 43:78 hieß es am Ende aus Sicht des Teams von Bundestrainer Dirk Bauermann, für das es nach einem freien Tag morgen am Mittwoch und Donnerstag in den Spielen gegen Angola und Jordanien weiter um den Einzug ins WM-Achtelfinale geht.

Gegen Australien war die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann am dritten Turniertag chancenlos. Foto: S. Hader

Gegen Australien war die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann am dritten Turniertag chancenlos. Foto: S. Hader

Der nervenaufreibende Krimi gegen den Vize-Europameister vom Vortrag schien mehr die Köpfe als die Beine der deutschen Spieler beansprucht zu haben, die über weite Strecken der Begegnung nicht präsent und nicht in der Lage wirkten, mental und physisch dagegen zu halten. Die tags zuvor Tabellenführer Argentinien nur knapp unterlegenen Australier dagegen benötigten eine kurze Anlaufphase, ließen der DBB-Auswahl dann aber im weiteren Verlauf der Partie keine Chance.

„Heute war schlicht und ergreifend der Tank leer. Das muss man bei einem solchen Turnier mit drei Spielen in drei Tagen auch einfach einmal anerkennen“, nahm der Bundestrainer seine junge Mannschaft in Schutz. „Ob man am Ende mit 30 oder 50 Punkten Unterschied verliert, ist egal. Für uns geht es jetzt darum, unsere volle Konzentration nach dem freien Tag morgen auf die Spiele gegen Angola und Jordanien zu richten“, lenkte Bauermann den Blick nach vorne.

Gegen die “Boomers“ gelang seinen Schützlingen von Beginn an so gut wie nichts. Lediglich einer der ersten zwölf Versuche aus dem Feld fand in den ersten sieben Minuten des Spiels sein Ziel, 27 Prozent betrug die Trefferquote der ersten Hälfte. Fast doppelt so hoch war die des Gegners, was sich in einem klaren 20:38-Rückstand zur Pause niederschlug. Nach dem Seitenwechsel änderte sich zwar die deutsche Formation auf vier Positionen – Schaffartzik, Schwethelm, Harris und Ohlbrecht starteten für Hamann, Greene, Benzing und Jagla
, nicht aber das Spiel. Das DBB-Team fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie, während die insbesondere aus der Distanz enorm treffsicheren Australier über 50:25 und 61:31 bis zum Ende des dritten Viertels unaufhaltsam davonzogen.

Zum Schluss eines einseitigen dritten Vorrundenmatches standen 35 Zähler Differenz zu Buche und die Bestätigung einer alten Binsenweisheit: Man ist nie so gut wie in seinem besten und nie so schlecht wie in seinem schwächsten Spiel. Wieder deutlich steigern müssen sich die ING-DiBa-Korbjäger jedoch, wollen sie das selbst gesteckte Ziel, den Einzug in die Runde der letzten 16 der WM 2010, erreichen. Ein Sieg gegen Angola am Mittwoch ab 18.00 Uhr (SPORT1 überträgt ab 17.45 Uhr live) wäre ein erster Schritt.

Deutschland: Robin Benzing (ratiopharm Ulm, 11), Demond Greene (FC Bayern München), Per Günther (ratiopharm Ulm), Steffen Hamann (FC Bayern München), Elias Harris (Gonzaga University/USA), Jan-Hendrik Jagla (Asseco Prokom Gdynia/POL, 2), Christopher McNaughton (EWE Baskets Oldenburg, 3), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn, 10), Tibor Pleiß (Brose Baskets, 2), Heiko Schaffartzik (Türk Telekom Ankara/TUR, 7), Philipp Schwethelm (Eisbären Bremerhaven, 3), Lucca Staiger (ALBA Berlin, 5)

Alle Infos rund um das deutsche Team und die WM finden Sie unter www.turkey2010.fiba.com.